Rollator-Training

 

Sicher mit Rollator unterwegs

Rheinische Post v. 15. Juni 2011- VON WILLI SCHÖFER

Stadt Willich (RP). Zehn Senioren haben sich von der Altenhilfe der Stadt Willich, dem Seniorenbeirat und dem „reha team West“ Tipps zum Umgang mit dem Rollator geholt. Neben der Theorie gab es praktische Übungen.

Wie man Bordsteinkanten mit einem Rollator bewältigt, lernten die Teilnehmer der Rollator-Fahrschule gestern auf dem Willicher Kaiserplatz. Foto: Stefan Finger

„So richtig gewöhnt habe ich mich daran noch nicht“, sagt Manfred Möller. Dabei hat sich der 86-Jährige aus Anrath gerade einen Rollator der Extraklasse, den „Troja“, zugelegt. Gertrud Spaan (77), die das rollende Hilfsmittel seit eineinhalb Jahren benutzt, ist hingegen begeistert. „Ich möchte den Rollator nicht missen“. Genau wie die 84-jährige Irma Stramka, die besonders schätzt, „dass ich mich darauf auf dem Weg zum Friedhof auch setzen und eine kleine Pause einlegen kann“. Am Anfang sei es ihr aber etwas komisch vorgekommen, sich mit diesem Gefährt zu zeigen.

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Praktische Ratschläge

Um die Scheu vor dem Rollator abzulegen und zugleich den sicheren Umgang damit zu trainieren, hat die Altenhilfe Willich mit dem Seniorenbeirat und dem „Reha Team West“ aus Krefeld eine Rollator-Fahrschule angeboten. Zehn Damen und Herren sind in die Willicher Begegnungsstätte gekommen – und mit einigen Tipps wieder zielsicher nach Hause gegangen.

Zunächst ist theoretischer Unterricht angesagt. Olga Stopka vom „Reha Team West“ gibt praktische Ratschläge. „Der Rollator muss richtig eingestellt sein. Sind die Griffe zu hoch, schlafen die Arme ein. Sind sie zu tief, laufen sie krumm.“ Wichtig ist der Expertin auch, dass man immer zwischen dem Rollator gehen solle und nicht davor. „Nur dann sind sie immer bremsbereit.“ Nützlich sei eine Ablage und für den häuslichen Gebrauch ein Tablett.

Die 80-jährige Helga Brandt zeigt ihre neueste Errungenschaft, die sie gerade von ihrer Tochter zum Geburtstag bekommen hat: einen Regenschirm, dessen Griff am Rollator festgemacht wird. An ihrem Mobil sind ferner für Spaziergänge in der Dunkelheit einige refklektierende Streifen angebracht. „Es gibt spezielle Leuchten oder ziehen Sie sich eine Warnweste an“, rät Olga Stopka. Und noch ein Ratschlag von ihr: „Legen Sie Geld oder Wertsachen nie in das Körbchen des Rollators. Befestigten Sie die Handtasche auch nicht daran, sondern tragen Sie die Wertsachen immer am Körper.“

Nach der Theorie geht es nach draußen zum praktischen Unterricht. Eine Lektion: Wie meistert man hohe Bordsteinkanten? Keine Problem damit hat Hugo Frischemeier (84), dessen Frau Anna-Maria ihn vor einem Jahr zum Kauf eines Rollators „überredet“ hatte: „Ich habe das vor unserem Urlaub in Südtirol zur Bedingung gemacht“, erzählt sie.

Stockhalter erforderlich

Gertrud Bläser, 97 Jahre alt, ist bereits seit 1989 mit der rollenden Gehhilfe unterwegs und hat schon einen Rollator „verschlissen“. Sie hat ihren Gehstock dabei, den sie im Korb des Rollators ablegt. Das gefällt der „Fahrlehrerin“ nicht: „Sie brauchen unbedingt einen Stockhalter.“

Wiederholung geplant

Kosten
Nach ärztlicher Verordnung übernimmt die Krankenkasse grundsätzlich nur das Standard-Modell, das für rund 100 Euro zu haben ist. Die Sanitätshäuser geben Rollatoren leihweise aus. Spitzenmodelle kosten über 300 Euro.

Wiederholung

Der Seniorenbeirat kündigt an, die Veranstaltung auch in den anderen Willicher Stadtteilen anzubieten.

Besuch

Auch Polizist und Bezirksbeamter Christoph Jörgens war bei der Rollator-Fahrstunde dabei.

Hier der Bericht der Westdeutschen Zeitung

 

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