Doppelstarts und eine
taktische Meisterleistung

„Holland-Connection“ in Korschenbroich
nicht zu schlagen


„Organisatorisch war es schon ein Kraftakt, aber für uns stand außer Frage, dass wir den Start im Interesse der Sportler zeitlich nach hinten verschieben, schließlich ist das Rennen der Rennbiker bei uns gleich hoch angesiedelt wie der Frauen - Elitelauf und der Lauf der Asse bei den Fußgängern,“ machte Organisationschef Hans-Peter Walther am Rande des 17. Internationalen Korschenbroicher City-Laufes (dem viertgrößtem seiner Art in Deutschland mit über 2800 Teilnehmern) die besondere Ausgangslage deutlich. Kollidierte doch die 2. reha team West & Otto Bock-Trophy am 10. April mit dem Bonn-Marathon und dem dortigen Auftakt der Citymarathon-Trophy. Eine Konstellation, die der bis dato höchsten Meldezahl von 30 Athleten jedoch nicht im Wege stand und insofern Positives für das kommende Jahr verspricht, zumal die Terminüberschneidung auch in 2006 unumgänglich sein wird. Das um 14:50 Uhr dann genau zwei Dutzend Rennbiker am Start für die 10 km Aufstellung nahmen, mag der mit 9° C doch recht kühlen Witterung zuzuschreiben gewesen sein. Michael Heil blieb derweil ganz gelassen: „Den Schwung von Bonn mitnehmen, rein in die Bikes und ab zum Start, viel Zeit zum frieren bleibt da eh nicht“, merkte der Chef des Teams Rehability augenzwinkernd an.

Für Wohlfühlambiente sorgte einmal mehr das begeisterungsfähige Korschenbroicher Publikum, das über 7 anspruchsvolle Runden die „Faszination Handbike“ hautnah zu spüren bekam. Was angesichts der gleichermaßen Masse wie Klasse des Feldes auch nicht weiter verwunderte. Eine Spitzengruppe bildete sich nach gut fünf Minuten heraus, in der Titelverteidiger Johann Mayrhofer (den Sieg beim Bonn - Marathon im Gepäck) ganz gelassen auf diverse Tempoattacken des Teams Double Performance reagierte. Kees van Breukelen, Roel Bruwi und dem unermüdlichen Feike Waque´ gelang es nicht, den Weltmeister und Paralympic-Sieger aus der Reserve zu locken. Johann Reekers zeigte sich derweil nur selten in Front, ganz im Gegensatz zu Stefan Bäumann, der als einziger Deutscher in diese österreichisch-niederländische Phalanx einbrechen konnte. Der NHC-Allstar präsentierte sich prächtig und hielt das Tempo der Gruppe gleichermaßen hoch. Aber es sollte dann wohl nicht sein. „Ich musste volles Risiko fahren und bin leider nicht belohnt worden. In der vorletzten Runde warf es mich aus der Spur,“ resümierte der 35jährige Gifhorner aber dennoch zufrieden. Derweil Torsten Purschke seinem Trainingsrückstand und Geburtstagskind Stefan Lange überstandenen, gesundheitlichen Problemen Tribut zollen musste. Der Weltmeister von Lausanne: „Korschenbroich kam mit seiner Distanz für mich goldrichtig, derzeit geht es ums gute, einrollende Timing.“

Alles taktische Kalkül seitens des Spitzen-Sextetts war dann im Schlussspurt verflogen, den schließlich Kees van Breukelen (18:42 Min.) vor Johann Reekers (18:43) und Roel Bruwi (18:44) für sich entschied. Der Niederländer und Sieger der EHC-Wertung 2004 blieb im Zielinterview aber realistisch: „Natürlich kam mir zugute, dass ich heute Morgen nicht in Bonn gefahren bin. Für uns sind 10 km eher Sprint, aber vor der tollen Kulisse hier macht es besonderen Spaß“. Johann Mayrhofer als Fünfter: „Nicht zu fassen, aber ich habe mich verzählt und dachte, es sei noch eine Runde zu fahren“. Folgerichtig war das Team Double Performance auch Gewinner des Willi-Esser-Gedenkpokals, der erstmals in Erinnerung an den im vergangenen Jahr verstorbenen Mentor der Veranstaltung überreicht wurde. Nicht zu vergessen, der Solo-Auftritt von Andrea Eskau, die ihren eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr um 23 Sekunden verbesserte und in 20:49 Min. die Ziellinie überquerte.

Künftige Wertung nach Division A , B und C
Der Blick der Organisatoren geht jetzt voraus. Holger Falk vom reha team West: „Wir haben immer gesagt, dass wir, ein entsprechendes Teilnehmerfeld vorausgesetzt, gesonderte Wertungen durchführen werden. In den Vorjahren machte dies bei 12, 13 Fahrern aber keinen Sinn. Über die zahlreichen Starter in diesem Jahr sind wir sehr glücklich und die durchweg positiven Reaktionen stimmen uns optimistisch, dass sich der Trend fortsetzen wird. Für uns die logische Konsequenz, das wir ab 2006 nach den Divisionen A, B und C werten werden“. Die 3. reha team West & Otto Bock - Trophy startet am 2. April 2006.

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Platz  

Name  

Team  

Zeit

1.  

Breukelen, Kees 

Team Double Performance 

18:42

2.  

Reekers, Johan 

Welzorg 

18:43

3.  

Bruwi, Roel 

Team Double Performance 

18:44

4.  

Wijlens, Michel 

Welzorg 

18:45

5.  

Mayrhofer, Johan 

Otto Bock Team 

18:45

6.  

Waqué, Feike 

Team Double Performance 

18:46

7.  

Purschke, Torsten 

Otto Bock Team 

19:59

8.  

Putz, Manfred 

Otto Bock Team 

20:00

9.  

Heil, Michael 

Team Rehability 

20:01

10.  

Goldapp, Hartmut 

Otto Bock Team 

20:02

11.  

Bäumann, Stefan 

NHC ALLStars 

20:02

12.  

El Abbadi, Abdel Jalil 

Belgien 

20:06

13.  

Jeffré, Bernd 

Otto Bock Team 

20:46

14.  

Lange, Stefan 

Otto Bock Team 

20:47

15.  

Merklein, Vico 

Team Rehability 

20:48

16.  

Eskau, Andrea 

Otto Bock Team 

20:49

17.  

Koch, Norbert 

Team Rehability 

20:50

18.  

Demoulin, Christian 

Belgien 

21:55

19.  

Wagner, Thomas 

Otto Bock Team 

22:55

20.  

Kaiser, Sven 

BSG Mönchengladbach 

23:47

21.  

Biermann, Michael 

Otto Bock Team 

23:55

22.  

Lehmann, Andreas 

Team Rehability 

24:29

23.  

Schiller, Norbert 

Team Rehability 

24:30

24.  

Schilling, Matthias 

Otto Bock Team 

27:35