Die fliegenden Holländer |
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| Es sind seine magischen Momente, die den Sport so faszinierend machen. Als Monique van der Vorst mit gestreckter Faust die Ziellinie überquerte, gab es anschließend für sie auch auf der Ehrenrunde kein Halten mehr. „Wahnsinn, was für ein Kampf“, lautete der Tenor der 22-jährigen Niederländerin, die nach fünf Jahren erstmalig wieder in Korschenbroich und im Regenbogentrikot der Weltmeisterin am Start war. Das es dabei auf dem bekannt anspruchsvollen Kurs über acht Runden zum Zweikampf der beiden stärksten Frauen der Szene kam, bot ein i-Tüpfelchen, mit dem die Organisatoren schon nicht mehr gerechnet hatten. Zu heftig schienen die Auswirkungen des Sturzes gewesen zu sein, die sich Andrea Eskau in Paderborn zugezogen hatte. „Als mir aber mitgeteilt wurde, dass nichts gerissen ist und die Schmerzen sich auch in Grenzen hielten, sprach für mich nichts mehr gegen einen Start“, verriet die Wuppertalerin noch vor dem Startschuss an Holger Falk (reha team West), der das Rennen für die 16 000 begeisterten Zuschauer moderierte und bei hervorragenden äußeren Bedingungen das Vergnügen hatte, großen Sport zu präsentieren. Monique van der Vorst und Andrea Eskau bestritten das Rennen über weite Strecken in einer Gruppe starker C- und B-Fahrer, die das Tempo ständig hochhielten. Logische Folge, dass der Sieg unter den beiden Ausnahmeathletinnen einmal mehr im Schlussspurt entschieden wurde. Diesen konnte die amtierende Weltmeisterin im Straßenrennen mit neuem Streckenrekord (19:55 Min.) für sich entscheiden. Seriensiegerin Andrea Eskau, die sich noch am Vormittag als Siegerin von Bonn schadlos hielt, blieb nach vier Siegen hintereinander, diesmal in glatten zwanzig Minuten der zweite Platz. In der Division B lautete nach den ersten Saisonergebnissen die Frage: Tobias Knecht oder Edward Maalouf? Knecht ließ von Beginn an keinen Zweifel daran, dass er mit hohem Tempo diese Frage für sich entscheiden wollte, zumal er, anders als der 39-jährige Libanese, in Bonn nicht am Start war. Begleitet in dieser Gruppe von Vico Merklein, Johan Reekers und Torsten Purschke, ließ sich Maalouf jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Nach einem unwiderstehlichen Finish konnte er Knecht auf der Ziellinie in 19:08 Min. um eine Sekunde distanzieren und nach dem Gewinn des Bonner HCT-Rennens, überglücklich den Tages-Doppelsieg an der Rheinschiene feiern. Merklein, Reekers und Purschke stritten derweil um Platz drei in der Division C. Dabei schien Vico Merklein der Bonner Sieg am Vormittag gehörigen Rückenwind zu verleihen, bestimmte doch der 30-jährige vom Team Sopur häufig das Tempo dieser Fünfergruppe. Reekers und Purschke mühten sich redlich und gerade der Chef des Teams Otto Bock war sichtlich bemüht, die Scharte aus dem Vorjahr auszuwetzen, als ihm kurz vor dem Start die Kurbel brach. Und wie so oft: Einmal mehr trennten im Ziel den Dritten Merklein (19:06 Min.), Reekers als Vierten (19:08 Min.) und Torsten Purschke als Fünftplazierten ganze zwei Sekunden. Alle drei unterstrichen nach dieser eindrucksvollen Vorstellung, bei der Vergabe der Startplätze zu den Weltmeisterschaften von Bordeaux ein gehöriges Wort mitreden zu wollen. Gleiches gilt im übrigen auch für Andreas Kiemes in der Division A. Der 1. der HCT-Wertung 2006 setzte sich gegen seinen Kameraden im Otto Bock Team, Torben Bröer, in 24:40 Min. durch. Und ganz vorne? Zu deutlich konnten sich Roel Bruijn (NED) und Vorjahressieger Wim Decleir (BEL) von Beginn an absetzen, als dass sie ernsthaft hätten gefährdet werden können. Dabei sah es zunächst noch nach einem Dreikampf aus, denn offensichtlich hatte sich Heribert „Heri“ Ferring bei seinem Debüt in Korschenbroich einiges vorgenommen. Mit nur geringem Abstand auf das Führungsduo ging er in die zweite Runde. Dann aber machte ein Sturz alle Hoffnungen des Trierers zunichte. Danach entwickelte sich zwischen Bruijn und Decleir ein faszinierender Zweikampf zweier Kontrahenten, der die begeisterten Zuschauer in ihren Bann zog und alles beinhaltete, was den Handbikesport so faszinierend macht: Irres Tempo, wechselnde Führungen und ein gegenseitiges Belauern um jeden Zentimeter Vorteil. Diese wenigen Zentimeter reichten Roel Bruijn aus, um Decleir (HCT-Sieger 2006), in neuer Streckenrekordzeit von 18:23 Min. um zwei Sekunden zu distanzieren und als Sieger die 4. reha team West & Otto Bock - Trophy in Händen zu halten. „Wir sind sehr glücklich über das heutige Rennen. 29 Starter und begeisternde Atmosphäre, Herz, was willst Du mehr“, gab Holger Falk zu Protokoll. „Spannend wird für uns nun der Blick auf 2008 sein, denn nach vier Jahren wird sich erstmals keine Überschneidung mehr mit Bonn ergeben. Da sind wir natürlich gespannt, ob uns die Athleten treu bleiben“, ergänzt Hans-Peter Walther, Cheforganisator des Internationalen Korschenbroicher City-Laufes, und verweist optimistisch wie augenzwinkernd auf die zwanzigste Auflage im kommenden Jahr. Mit anderen Worten: Die 5. reha team West & Otto Bock - Trophy startet am 13. April 2008. Ergebnisliste
Stilstudien:
Regelmäßig in Korschenbroichzu Gast:
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