5. Willicher Handicap Triathlon 2003
- Rückblick -

Hannes schloss den Kreis

Beim 5. Willicher Handicap-Triathlon war auch die Container-Crew dabei

Der Countdown hätte Cape Caneveral zur Ehre gereicht. In Hinblick auf einen stimmgewaltigen Auftakt des Wettkampfes, ließ sich die Container-Crew der abgelaufenen "Big-Brother-Staffel" nicht lange bitten. Und so trugen Khadra, Ulf und der Sieger der letzen Staffel, Jan, mit einem imposanten "„drei, zwei, eins, loooooos" ihren speziellen Teil dazu bei, die Teilnehmer beim 5. Willicher Handicap-Triathlon auf ihre 200 Meter Schwimmstrecke zu schicken. Für weiteren Rückenwind sorgten die zahlreichen Zuschauer am Beckenrand und als I-Tüpfelchen Rahmenbedingungen, die mit 20 Grad in der Luft und 24 Grad Wassertemperatur nicht besser hätten sein können. Mit 850 Startern konnte der Willicher Triathlon Mitte September einmal mehr seinen Stellenwert als die Breitensportadresse für "Triathlon mit Herz" untermauern und bietet seit 1999 dem reha team West optimale Rahmenbedingungen, diese Disziplin auch den behinderten Sportlern zu eröffnen. In diesem Jahr zusätzlich unter veränderten Vorzeichen, denn der ehemals Rollstuhl- wurde zum Handicap-Triathlon. Aber dazu an späterer Stelle mehr.

Vorjahressieger Frank Lorenz legte gleich los wie die Feuerwehr. Der vierzigjährige Remscheider benötigte für die 200 Meter 5:11 Min. und entstieg als Erster dem 50 Meter-Becken der "Bütt". Extremsportler Thomas "Thommi" Hoffmarck folgte mit 40 Sekunden Rückstand. Hoffmarck, der sein Durchhaltevermögen bereits als Bewohner im "Big Brother-Haus" unter Beweis stellte und sich als Ausdauerathlet per Handbike auf seiner "Tour der Stadien" für die Integration Behinderter engagiert, war im Ziel voll des Lobes. "Das war eine echte Herausforderung und da die einzelnen Distanzen nicht überlang sind, blieb alles im grünen Bereich. Eine tolle Erfahrung". Von der Martina Willing in Hinblick auf das nasse Element gar nicht genug bekommen konnte. Da an diesem Tage die weibliche Konkurrenz ausblieb, verlängerte die frischgebackene Doppeleuropameisterin von Assen kurzer Hand ihre Schwimmstrecke auf 500 Meter und gab den Organisatoren augenzwinkernd zu Protokoll: "So kann ich dann halt mal `nen richtigen Triathlon machen." Sprachs´ und schlug nach 11:58 Min. für die 10 Bahnen an.
Derweil Frank Lorenz der Konkurrenz auf der flachen 10 km - Handbikestrecke davon zog. Mit zwei Minuten Vorsprung wechselte er nach knapp 33 Minuten in den Rennrollstuhl und machte sich auf die letzte, 3 km umfassende, Distanz. Zu diesem Zeitpunkt schien ihm den erneuten Gewinn des reha team West-Cups niemand streitig machen zu können. Dann aber kam Hannes. 1999 hatte Hans-Jürgen Köppen das Debüt für sich entscheiden können und war zum zweiten Male überhaupt in Willich dabei. An diesem Tage schloss sich nun der Kreis, denn der Mitvierziger aus Herne spielte seine ganze Routine aus und nahm Frank Lorenz (46:33 Min.) bis ins Ziel noch fast zwei Minuten ab. Seine Siegerzeit von 44:45 Min. wurde bis dato am Niederrhein noch nicht erreicht.
Erneut besondere Freude machte den Zuschauern und Organisatoren der Auftritt der drei Youngster. Dabei lieferten sich die beiden vierzehnjährigen Talente Marc Schuh (RSC Köln) und Sven Kaiser (BSG Mönchengladbach) ein heißes Rennen und pulverisierten in 54:08 (Marc wurde somit Gewinner des rhenag-Cups) bzw. 54:30 ihre Zeiten aus dem Vorjahr, die noch deutlich über einer Stunde gelegen hatten. Ganz gleich auf welche Variante des Ausdauersports die beiden künftig ihr Hauptaugenmerk legen werden: Für den Rollstuhlsport wächst hier, Begleitung und sorgsame Förderung des Umfeldes vorausgesetzt, bemerkenswertes heran. Nicht zu vergessen, dass hinter den beiden ein weiterer Bursche in den Startlöchern sitzt. Auch der zehnjährige(!) Dominik Zielke bringt die entsprechende Begeisterung und Freude am Sport mit und beschloss das Klassement in respektablen 1:14:15.

Die Nürnbergerin Ulla Turnwald und Paralympic-Medaillengewinner Axel Hecker sogen die Eindrücke interessiert in sich auf. Beide waren die bislang noch einzigen Teilnehmer der erstmals separat ausgeschriebenen Klassements für behinderte Teilnehmer, die nicht Rollstuhlfahrer sind. Nach 500 Metern Schwimmen, 20 km Rad und 5 km Lauf stand für Ulla (1:38:14) und Axel (1:14:26) fest: "Wir kommen wieder," was Organisationschef Holger Falk vom reha team West natürlich gerne hört. "Schließlich sind wir auf solche Multiplikatoren angewiesen, um diesen Wettkampf in der Szene transparent zu machen. Das Willich prima Möglichkeiten bietet, nicht zuletzt um Triathlon zunächst mal auszuprobieren, hat sich mittlerweile ja schon herumgesprochen."
Übrigens: Für diejenigen, die immer mal mit dabei sein wollten, für die aber das Schwimmen eine unüberwindbare Hürde darstellt, gibt es ab dem nächsten Jahr eine Variante: Jenen Rollstuhlfahrern bietet sich die Gelegenheit einen (nichtbehinderten) Schwimmpaten mitzubringen und selber per (Hand)Bike oder Rolli einen Duathlon zu absolvieren. Die Wertung für diese kleine Staffel erfolgt dann gemeinsam.

Infos und Anmeldung beim reha team West unter 02151/89 49 0.

IMPRESSIONEN AUS 2003


 



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Ex - Big - Brother Thomas "Tommi" Hoffmarck
im Interview

 


"Hannes" Köppen hatte als Gewinner des
reha team West-Cups allen Grund zum Strahlen

 


Treffen, klönen, fachsimpeln:
Die "Nachlese" beim Handicap-Triathlon ist
mindestens so angenehm , wie der Wettkampf
selber. Hier die Medaillenhoffnung für Athen,
Martina Willing,
der wir für die Paralympics
viel Erfolg wünschen!!





Aus dem ehemals Rollstuhl-Triathlon wurde
2003 der Handicap-Traithlon. Schön, dass wir
mit Axel Hecker und Ulla Turnwald erstmals
behinderte Sportler begrüßen durften, die
nicht als "Rollis" an den Start gingen.