6. Willicher Handicap Triathlon 2004
- Rückblick -

Nachwuchsfestival beim
Willicher Handicap-Triathlon

Das ließ sich Frank Lorenz nicht zweimal sagen. Wurde der seit dem Debüt 1999 regelmäßig in Willich startende Remscheider doch beim diesjährigen 6. Willicher Handicap-Triathlon von den beiden Nachwuchsathleten Marc Schuh und Sven Kaiser in die Mitte genommen. Symbolisch in diesem Moment während der Siegerehrung, wie auch verewigt in der Ergebnisliste. Der 41jährige aus dem Bergischen zeigte sich mit seiner Leistung dennoch zufrieden. „Man kann nicht immer gewinnen“, bemerkte der in den Vorjahren zweifache Sieger des reha team West-Cups, „und was die beiden Youngster hier mittlerweile mit ihren erst 15 Jahren zu bieten haben, ringt mir ohnehin größten Respekt ab.“
Fürwahr. Die 50:48 Min. von Lorenz für die 200m Schwimmen, 10 km Rennbike und 3 km Rennrollstuhl hätten in den Anfängen dieses Wettkampfes allemal noch zum Sieg gereicht. Aktuell ließ sich lediglich noch der Drittplatzierte Sven Kaiser (51:47 Min.) um runde 60 Sekunden distanzieren. Gegen die hervorragende Technik des per Rennrollstuhles den beiden davon eilenden Marc Schuh, war jedoch auf der Schlussetappe kein Kraut gewachsen. Beeindruckend, wie sich der für den RSC Köln startende Bergisch-Gladbacher auf der letzten Distanz absetzen konnte. Seine Siegerzeit von 45:56 Min. ist um so höher zu bewerten, da alle Starter auf der Handbike-Strecke mit einem hartnäckigen Gegenwind zu kämpfen hatte. Das ging schon an die Substanz. Auf der 10 km-Wendepunktstrecke, die auf klassisches niederrheinisches Flachland hinausführt, lag Frank noch an dritter Stelle und für Sven galt alleinig die Devise: „Ich musste alles daran setzen, Marc auf der Rennbike-Strecke ein paar Sekunden abzuknöpfen, denn das ich im Rennrollstuhl keine Chance gegen ihn haben würde, war mir schon vorher klar“ analysierte der 15jährige Niederkrüchtener treffend im Ziel. Marc Schuh freute sich natürlich über seinen Erfolg und bestätigte: „Ausschlaggebend waren wohl die 10 km Rennbike, da konnte ich mich auf der schwierigen Passage in Svens Windschatten halten, da er selber Vollgas gefahren ist. Und der Rennrollstuhl ist halt meine große Leidenschaft, da haben sich die Schnellfahrkurse wirklich ausgezahlt.“ Bemerkenswert, dass auch der Jahrgang 1994 (!) vertreten war. Der kleine Kevin Bons von der BSG Mönchengladbach sammelte seine ersten Erfahrungen und
und reckte bei der Siegerehrung stolz den gewonnenen rhenag – Cup in die Höhe.

Wettkampf für alle Körperbehinderten

Der Handicap-Triathlon ist traditionell in den Willicher Triathlon eingebettet. 850 Teilnehmer konnte der Schwimmverein Willich in diesem Jahr begrüßen und das reha team West als Initiator des Wettkampfes für die behinderten Sportler, freute sich über den Start von insgesamt sieben Kindern zwischen 10 und 15 Jahren. „Damit sind wir auf dem richtigen Weg“, resümierte Holger Falk. „Worauf wir in der öffentlichen Arbeit wohl verstärkt hinweisen müssen, ist die Tatsache, dass aus dem ehemals Rollstuhl-Triathlon der Handicap-Triathlon geworden ist. Dieses Jahr haben wir ausschließlich Rollis begrüßen dürfen. Wir möchten mit diesem Wettkampfangebot aber alle behinderten Sportler erreichen und bieten für die behinderten Fußgänger die Distanzen 500 m Schwimm, 20 Rad und 5 km laufen.“

Einen gelungenen Einstand feierte die Idee, Rollis mit einem (nicht)behinderten Schwimmer ein gemeinsames Team bilden zu lassen. Drei dieser kleinen Staffeln gingen an den Start. Mal war es der Bruder, der Freund oder Arbeitskollege, der den Schwimmpart übernahm und beim ersten Wechsel den Zeitmesschip an den Rolli-Starter weiterreichte. Die Zeitwertung erfolgte nach Addition der Distanzen gemeinsam. „Tolle Sache“, freute sich Michaela Bohlmann darüber, dass ihr 12jähriger Sohn Carsten somit Gelegenheit bekam an den Start zu gehen. „Das Schwimmen ist noch eine Nummer zu groß für ihn, aber es war immer sein Traum an solch einem Rennen teilzunehmen. Auf diesem Wege hat es nun geklappt und er ist so richtig stolz darauf.“ Wer das Strahlen des Filius im Ziel erlebt hat, konnte dem nur zustimmen.




Tolle Stilstudie von Frank Lorenz.


Kevin Bons bei der Zielankunft nach 100 m Schwimmen,
10km Handbike und 1,3 km Rollstuhlfahren.


Sven als 3.-Platzierter nach 200 m Schwimmen,
10 km Rennbike und 3 km Rennrollstuhl.


Typisch Willich: Stimmungsvolle Siegerehrung und
niemals unter Ausschluss der Öffentlichkeit.






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Letzte Instruktionen und...




...die "Boliden" vor dem Start.


Sven Kaiser (BSG Mönchengladbach) mit
dem Modell "Meeresräuber"

sport_aktuell.htm



Tradition pur: Die gemeinsame
Streckenbesichtigung vor dem Start.


Punkt 14 Uhr: Schwimmstart!




Marc Schuh von Beginn an in
vollster Konzentration.






Anschlag nach 100 m von Dominik Zielke,
11 Jahre und...


...ab geht´s für 10km auf die Handbike-Strecke.




3x Marc Schuh, Gewinner
des reha team West-Cups.


Papa Kaiser mit erlaubter Anschubhilfe in
der zweiten Wechselzone.


Gleiches gilt für Mama Bohlmann und dem
12jährigen Filius Carsten.


Die "Objekte der Begierde".